„Man hat ja nicht immer Ahnung, aber doch eine Meinung“ - ein Rückblick
14. 06. 2006Dieser erstaunlich weitblickende Satz: „Man hat ja nicht immer Ahnung, aber doch eine Meinung“, findet sich in meinem allerersten Weblog-Beitrag aller Zeiten. Und wie ich gesehen habe, war der am 13. Juni 2003. Das Weblog ging dann bis zum 13. Juni 2004 und mit dem nächsten, jati2, ging es dann erst am 14. Juni 2004 los und es ging bis 14. Juni 2005. Dieses, das dritte und letzte, startete gleich am 14. Juni 2005. Was ich mit all diesen 14. Junis sagen will: Die jati-Blogtrilogie leidet unter einem Tag Zeitverschiebung, irgendwie. Ich dachte, ich sei voll total konsequent gewesen, aber das eine Mal habe ich eben doch gepennt.
Warum ich das hier alles schreibe? Keine Ahnung. So ist das doch in Blogs: Man lässt halt raus, was drin ist. Und dass in letzter Zeit immer weniger von dem drin war, was ich hätte hier rauslassen können bzw. dass zu wenig Zeit, Lust und Muße war, es rauszulassen und daher nur meine engste Umgebung meinen sprühenden Charme und glitzernden Humor genießen konnte, das, liebe Leserinnen und Leser, war ja nicht zu übersehen.
Gääähnende Leere gähnte einem hier entgegen, bzw. man könnte sagen: abwechslungsreich ist was anderes.
Was eigentlich?
Egal. Das führt jetzt zu weit.
In meinem legendären ersten Blogbeitrag im sagenumwobenen Weblog about:jati habe ich auch geschrieben:
Im Grunde hat diese Sache mit den Weblogs ja ihren Zenit bereits überschritten. Es ist also nicht sonderlich cool, im Juni 2003 seinen ersten Eintrag vorzunehmen.
Und da habe ich vollkommen danebengelegen. Aus meiner Sicht war der Zenit damals schon überschritten und in Wirklichkeit erzähle ich auch drei Jahre später noch immer staunenden Menschen, was ein Weblog ist, was man damit machen kann, was es von einer normalen Homepage unterscheidet und warum es mit einem Forum soviel zu tun hat wie ein Baum mit einer Tür.
So kann’s gehen.
Apropos gehen: Ich gehe jetzt auch. Es hat sich ausgebloggt, jedenfalls auf diese Art und Weise. Es gibt ja ein paar Alternativen und vor allem gibt es haufenweise Blogs da draußen. Jungs und Mädels: Ich zähl auf Euch.
Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei allen Lesern des Blogs, besonders bei den Kommentatoren, bei den Lesern des Buchs und den Gästen der Lesungen, die doch ab und zu recht amüsiert gewesen zu sein schienen. Mein Dank gilt ganz besonders meiner Familie. Das hier ist für Euch [macht eine unidentifizierbare schnelle Handbewegung]. Mein Management-Team, die Produzenten, das Catering und die Deutsche Telekom haben ganze Arbeit geleistet, auch dafür: Vielen, vielen Dank. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wobei ich noch nie zuvor ein Auge habe lachen hören und darauf bin ich schon total gespannt, wie das das macht, so ganz ohne Mund. Anyway: Freunde, es war schön.
Vielen Dank auch an 20six.de, die irgendwann neulich vor ein paar Monaten die Layouts von about:jati und jati2 über den Jordan geschickt haben. Aber die beiden langweilen sich dort nicht, weil sie sich mit meinem Handygrafie-Blog unterhalten können, das komplett im Datennirvana verschwunden ist. Aber, was soll’s: Scheiße passiert, wie die Franzosen sagen.
Vielen Dank auch für die guten Wünsche zum Abschied, die Blumen und die viele Post. Das hat mir gezeigt, wie viele Fans ich habe. Habt bitte Verständnis, dass ich nicht auf alle Briefe antworten kann. Das liegt vor allem daran, dass wir neulich total Lust auf ein schönes Feuer hatten. Aber sie haben gebrannt für mich und was kann man mehr verlangen: Ich habe auch gebrannt für Euch. Meine Mission war es…
Ach, Blödsinn.
Ich gehe jetzt.
Tschüß.



